1. Die Rune Fehu f

Vieh, bewegliches Eigentum

Fehu bedeutet übersetzt "Vieh, bewegliches Eigentum". Sie steht für das Feuer und die phallische Kraft der Fruchtbarkeit.

Sie dient als die Rune der Übertragung magischer, manchmal auch mystischer, Macht. Die gerichtete Projektion. 

2. Die Rune Uruz u

Auerochsen

Uruz heißt "die Auerochsen". Mythologisch gesehen stellt sie die Urmutter jeder Manifestation dar, die Kuh "Audumbla", die den Vater der Riesen, "Ymir", ernährte. Dadurch, daß sie an den salzigen Eisblöcken des Abgrundes leckte, befreite sie "Bor", den Vater der Götter, aus dem Eis.

3. Die Rune Thurisaz x

Der Starke, Riese

Thurisaz: "der Starke, der Riese". Ein anderes Wort für Riese ist auch "Thurse". Die Form stellt "Mjöllnir" dar, den Hammer des Gottes "Thor", der ihn warf, um die Riesen zu zerstören. Diese Idee drückt den Kampf der Ordnung ("Thor") gegen das Chaos (die Riesen) aus und ist somit der Unterdrückung der Titanen durch den griechischen Göttervater Zeus vergleichbar."Thor"entspricht auch in seinem Wesen eher diesem Bild als "Odin". Er ähnelt in Statur, Brutalität und Kraft seinen Feinden, den Riesen, und ist so ihr idealer Gegner.

4. Die Rune Ansuz a

Gott

Ansuz heißt "Gott", oder auch "Gott der Vorfahren". Es ist die Rune der Kommunikation mit dem Göttlichen, oder die "Quelle göttlicher Äußerungen". Oft wird diese Rune auch mit "Mund"gleichgesetzt, was die oben gegebenen Deutungen noch unterstützt.

5. Die Rune Raidho r

 Wagen

Raidho heißt "Wagen". Die Bedeutung reicht von Recht und Gesetz bis hin zur "langen Nacht der Seele"nach dem Tod. Die Reise des Wissens oder auch der Wagen der Götter. Im übertragenen Sinne ist es die Rune der Kommunikation, des Austausches.

  

6. Die Rune Kenaz k

 Fackel

Kenaz heißt "Fackel". Sie steht für den schöpferischen Willen und die Fähigkeit der Umsetzung im Sinne der Idee der Struktur. Allerdings kommt auch bei dieser Rune ein Aspekt der Regeneration durch Tod ins Spiel; kontrollierte im Unterschied zu archetypischer Macht.

7. Die Rune Gebo g

Geschenk, Gastfreundschaft

Gebo ist "das Geschenk, die Gastfreundschaft". Ihre Bedeutung ist die der "Zweiheit in der Einheit", die grundlegende Formel der Sexualmagie; die Rune der Ekstase, der "göttlichen, trunkenen Verrücktheit"eines Dionysos oder PAN.Gebo ist in einem anderen Sinne die Rune der Partnerschaft. Zwei Wesen, die in Freiheit das gleiche Ziel verfolgen; wie es geschrieben steht: "Als Brüder kämpft!".

8. Die Rune Wunjo w

Fröhlichkeit

Wunjo ist "Fröhlichkeit". Die Rune der Anziehungskraft zwischen geistverwandten Wesen, bzw. Wesen, die aus einer gemeinsamen Quelle stammen. Die Rune der Harmonie, die unterschiedliche Kraftfelder vereint.

9. Die Rune Hagalaz h

Hagel, Ei

Hagal ist "Hagel", das Sinnbild der zerstörerischen Naturkräfte. Auch "Ei"als Same des Neuen. Der zyklische Prozeß der Zerstörung und Neugeburt. Nicht im langsamen, verwesenden Sinne, sondern die "plötzliche Katastrophe, der Schock".Der Geist der Rune: Die Vernichtung, welche die Vorbedingung aller Neugeburt ist

10. Die Rune Naudhiz n

Not

Übersetzung: "Not, vom Schicksal auferlegte Zwänge". Die Rune, die den Prozeß des "in-Erscheinung-tretens" verkörpert. Die Kraft, die dem "schlechten Schicksal"oder "Orlög"entgegenwirken kann.

                            

11. Die Rune Isa i

Eis

isa ist übersetzt "Eis". Ihre Bedeutung variiert von Eis bis hin zur Konzentration und dem Willen, bzw. Ego. Die Form ist rein phallisch, aber durch die Bedeutung Eis nicht im solaren oder feurigen Sinne, sondern eher im Sinne von punktueller Konzentration gemeint.

12. Die Rune Jera j

Gutes Jahr, Ernte

Jera ist "Das (gute) Jahr, die Ernte". Die Rune des Jahreszyklus, die natürliche Abfolge der Naturereignisse. Die Zahl dieser Rune weist direkt schon auf das Jahr mit seinen zwölf Monden hin. Der Ernteaspekt ist wichtig. Im übertragenen Sinne ist jede "Belohnung"nach aufgewendeter Arbeit eine Art Ernte; die Rune ist also das Symbol des Ergebnisses eines Aufwandes.

13. Die Rune Eihwaz y

Eibe

Eihwaz oder Iwaz, übersetzt "Eibe"ist die Rune des Weltenbaumes "Yggdrasil". Sie repräsentiert seinen Stamm, der die Achse der Welt ist und die Ebenen verbindet. Im Gegensatz zur Tiwaz-Rune, bei welcher das Gewicht eher auf dem trennenden Aspekt liegt, wird hier der verbindende Aspekt betont. Diese Rune ist der Weg, den die "Erilaz", die "wandernden"Runenmagier auf ihrer Reise durch die Welten zurücklegen. Sie steht für das Mysterium von Leben und Tod. In den Reichen "Yggdrasils"gibt es kein Leben und keinen Tod an sich. In ihnen ist alles enthalten. Die Reiche, als Gesamtheit betrachtet, sind eine Illustration des Satzes: Wechsel ist Stabilität.

14. Die Rune Perdhro p

Vorrichtung für das Werfen des Loses – Würfelbecher

Der Name bedeutet so viel wie "Würfelbecher", "Vorrichtung für das Werfen des Loses".Die Rune steht für den Vorgang der Weissagung des Schicksals. Sie repräsentiert den gestürzten Becher, also "Aleae iacta sunt"(die Würfel sind gefallen). Sie sind schon gefallen. Der Zweck der Weissagung besteht nur noch darin, die vorgezeichneten Fäden des Schicksalsgewebes zu verfolgen und zu sehen, wohin sie führen. Die Nornen bestimmen das Werden und damit das Schicksal aller Dinge.

15. Die Rune Elhaz z

Elch, Schutz

Elhaz ist "Elch oder Schutz". Es ist die Rune der Bewußtheit, die Rune des Schutzes, die Rune der Verbindung des menschlichen, "untermenschlichen"und "übermenschlichen"Bewußtseins. Die Rune der Vision, die Rundung der Götterbrücke "Bifröst", über welche die Riesen gegen die Götter marschieren am Tage der Götterdämmerung.

                       

16. Die Rune Sowilo s

Sonne

Sowilo heißt übersetzt "Sonne". Sie ist die Rune des magischen Willens, der Sieg durch den Willen des Einzelnen. So in gewisser Weise auch die "Sieg-Rune", die ja bekanntermaßen im dritten Reich mißbraucht wurde. Traditionell betrachtet ist sie aber nicht die "Sieg-Rune". Die eigentliche Rune des Sieges ist die nächste Rune, Tiwaz. Die Form ist, wie schon in der Einleitung betrachtet, die eines Blitzes, einer plötzlich zuschlagenden, gewaltigen Kraft, die sowohl zerstörerisch Wirken kann, jedoch auch "das Feuer vom Himmel bringt".

17. Die Rune Tiwaz t

Der Gott , Ruhm , die Himmelswölbung

Tiwaz ist "Tyr", der Gott des Krieges und des Rechtes, der Herrscher. Schlüsselworte sind: "Gerechtigkeit, Ordnung der Welt, Sieg (in Übereinstimmung mit dem Gesetz), Disziplin". Es ist der trennende Aspekt der Welten, der Aspekt der Betrachtung und Bewertung. "Tyr"opferte seine rechte Hand, um den "Fenriswolf"zu fangen. Er opferte sich sozusagen für seine Mitgötter auf. Diese Rune wurde von den germanischen Kriegern auf ihren Waffen angebracht, um den Sieg zu beschwören.

18. Die Rune Berkano b

Birke , Birkenrute

Die Göttin der Birke, Berkano. Die Rune der Erdenmutter in ihrem lichten Aspekt. Nicht die Gebärerin, sondern die Schützerin und Bewahrerin aller Dinge. Die Ordnung, die das Chaos ausgleicht. Die Regeln der Wiedergeburt, die Macht des Geheimen. Eine Rune des Schutzes und des Bewahrens.

19. Die Rune Ehwaz e

Pferde , Hengst , Kriegspferd

Ehwaz oder Ehwo; "Pferd oder die zwei Pferde". Sie repräsentiert die Macht der göttlichen Zwillinge, die in der Mythologie als Pferde dargestellt werden. Auch Helden und Götter haben Pferdenamen angenommen, um diesen Aspekt auszudrücken. Beispielsweise "Hengist"(Hengst) und "Horsa"(Pferd), die sächsischen Eroberer des keltischen "Gramarye"(heute Britannien, genauer England). Sie ist die Rune des Vertrauens und der Loyalität. Sie repräsentiert zwei gleichgerichtete, dennoch aber individuelle Kräfte. Sie steht ebenso für "Hengist"und "Horsa", die Brüder, die "Gramarye"eroberten, wie für die ideale Mann-Frau-Beziehung.

20. Die Rune Mannaz m

Menschlich , Mensch , menschliches Wesen

"Menschlich"ist die Übersetzung dieser Rune. Sie steht für die Herkunft der Menschen von den Göttern, aber auch für die Menschlichkeit selbst. Sie repräsentiert die Macht menschlicher Vernunft und Intelligenz. Gnadenlose Analyse und das daraus entspringende Handeln. Der blinde Impuls ohne synthetische Eigenschaften. Der Mensch wird hier als der "himmlische Mensch"oder "Adam Kadmon"gesehen, ein zweigeschlechtliches, urförmiges Wesen. Eingeweihter und Einweihung.

                            

21. Die Rune Laguz l

Gewässer , Wasser , Meer

Das Urwasser. Übersetzung: "Gewässer". Die Rune des Lebens, aber auch die Rune der Einweihung durch den Tod, was kein Widerspruch ist. Die Rune des Opfers und des Überganges, die Rune der verborgenen Kraft des Wassers.

22. Die Rune Ingwaz q

Göttlicher Held

Ingwaz ist die Rune des göttlichen Helden, der in jedem Winter von der Erdmutter "Nerthus"verschlungen wird, um im Frühling wieder aufzuerstehen. Es ist einfach eine Anpassung seines Namens "Ing". Abgesehen von den sexualmagischen Implikationen ist dies eine sehr direkte Form der Verschmelzung von Yin und Yang. Das Weibliche verschlingt das Männliche, doch würde dieses nicht im Frühling wiedergeboren, wäre ihr Schlaf ewig. Es ist das Coagula als Voraussetzung des neuen Solve, der zweite Teil des Kreislaufes.

23. Die Rune Dagaz d

Tag

Dagaz ist der "Tag". Der neue Tag und das neue Licht. In gewisser Weise die höchste Rune in bezug auf die Spiritualität. Odins Paradoxon, das den Narren mit dem Herrscher vereinen will. Die beiden sind eins, doch auch getrennt. Mystische Inspiration ohne die Filter des Denkens und der Regeln menschlichen Verhaltens.

24. Die Rune Othala o

Ererbter Besitz , Natur,angeborene Eigenschaft

Othala heißt: "ererbter Besitz". Sie steht für das materielle und für das spirituelle Erbe. Othala ist der Clan, die Gemeinschaft und der Ahnenkult. Insofern recht konservativ. Aber steht nicht geschrieben: "Alles ist, wie es immer war?"Es ist die Übernahme des Brauchbaren aus der Vergangenheit. Das Unbrauchbare zerstört sich selbst

               

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